Naturlehrpfad Graupa

Station 2 - Alte Eiche

Hinweistafel Station 2 (pdf)

Die „Alte Eiche“ im Graupaer Schlosspark zählt zu der Art der Stieleichen (Quercus robur) und ist älter als der Schlosspark selbst. Sie wird auf mindestens 450 Jahre geschätzt und hat einen Stammumfang von 7,30 m. Als Solitär- baum besitzt sie ein weit über den Kronenraum hinausgehendes Wurzelsystem. Mit ihrem relativ gleichmäßigen Wuchs, ihrer vollen Krone und ihren tief herab reichenden Ästen ist sie einer der schönsten Bäume im Landkreis.

Als Naturdenkmal steht sie auf der höchsten Stufe des Naturschutzes.

StieleicheTraubeneiche

Botanisch zählen die Eichen zur Pflanzen-Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Weltweit umfasst sie etwa 600 Arten, die meisten davon in Nordamerika.

Alte Eiche

Besondere Merkmale der Eichen sind der knorrige, harte Stamm und die Nussfrüchte (Eicheln), wie wir sie auch bei anderen Buchengewächsen, z.B. bei Rotbuche (= Buche) und Kastanie, finden. Die Eiche wirft, ähnlich der Rotbuche, ihre Blätter erst sehr spät ab, teilweise erst im Frühjahr. Die toten, braunen Blätter haften durch Pektine noch lange am Baum.

Eichenbäume können sehr alt werden (bis zu 1000 Jahren) und sind Großbäume mit einer Wuchshöhe von 25 - 40 m. Nach einer Faustregel unterscheidet man drei Entwicklungsphasen: Der aufsteigenden Entwicklung (1) von ca. 300 Jahren folgen zwei ähnlich lange Phasen: Plateau (2) und Alterung/Verfall (3).

Unsere Eiche gehört in die zweite Stufe, das „Plateau“(2). Die theoretisch noch bevorstehende Lebenszeit setzt voraus, dass gewichtige Störfaktoren ausbleiben. Dazu gehören Naturkatastrophen ebenso wie umweltbedingter Stress. Der Befall durch Schädlinge, insbesondere Schadpilze, können den Ausschlag geben, vor allem wenn der Baum schon nachhaltig geschädigt ist.

Für die Graupaer Eiche sind zwei Pilzarten (Auswüchse aus dem Stamm, die jahrelang ausbleiben können) in Rechnung zu stellen: Klapperschwamm (Grifola frondosa) und der Tränende Lackporling (Inonotus dryophilus), eine Art mit dem höchsten Schutzstatus.

Alte Eiche

Unser Baum besitzt allerdings als Naturdenkmal die Priorität. Pflegerische Eingriffe (Krone, Wurzeln) müssen, von extremen Ausnahmen abgesehen, unterbleiben – dann könnte das Alter von 1000 Jahren erreichbar werden und dem Volksmund („Tausendjährige Eiche“) gerecht werden.

Die Graupaer Eiche existierte bereits als Hutebaum auf einer Weide, als Christoph von Loss auf Pillnitz das Graupaer Anwesen erwarb und dem Schloss die noch heute bestehende Grundgestalt gab, allerdings noch im Renaissance- Stil.

Die Eiche gilt neben der Linde als der typische "Deutsche Baum", und so verwundert es nicht, dass auf den deutschen 1-, 2- und 5-Cent-Euro-Münzen die Spitze eines Stiel-Eichenzweiges zu finden ist (Blätter fast ohne Stiel, Eicheln zu zweit an einem langen Stiel). (Bei der Trauben-Eiche ist das Merkmal „Stiel“ umgekehrt zugeordnet, wobei die Eicheln zu kompakten Trauben geballt sind.)

Eiche Cent

Die Stiel-Eiche war 1989 der erste "Baum des Jahres" in Deutschland. Die Trauben-Eiche folgte erst 27 Jahre später.

Die Wahl des Jahresbaumes erfolgt(e) durch den Umweltschutzverein Wahlstedt (Schleswig-Holstein), heute „Baum des Jahres e.V.“ in Zusammenarbeit mit der „Baum des Jahres Stiftung“ („Dr. Silvius Wodarz Stiftung“).

Der Spur der Bäume des Jahres ist ein eigener Teil dieses Heftes gewidmet.

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